Konzert- Review: Bloodhound Gang
Wer schon einmal bei einem Bloodhound Gang Konzert war, weiß was ihn erwartet. Derbe Sprüche. Jägermeister. Nackte Haut und vor allem gute Laune. Das war am Mittwoch, dem 17. März, nicht anders, als die fünf Musiker ins Gasometer luden.
Schon vor dem Konzert ist die Stimmung freudig aufgeladen. Lange hat man von ihnen nichts mehr gehört. Umso mehr freuten sich die Fans, dass die Bloodhound Gang Österreich wieder beehrt. Ein neues Album als Anlass brauchen die Musiker um Frontmann Jimmy Pop aber nicht. Blickt man ins Publikum, wird man fast nostalgisch. Überall gut gelaunte Menschen, mit Bandshirts von Limp Bizkit, Blink 182 und natürlich auch der Bloodhound Gang. Fast schon nostalgisch blickt man dem Konzert entgegen.
Uhn tiss uhn tiss uhn tiss baby uhn tiss uhn tiss uhn tiss
Um halb zehn betreten die Musiker, die nicht aufhören können zu betonen, dass sie eigentlich die schlechtesten Musiker der Welt sind, die Bühne. Eines fällt sofort auf. Lüpus Thunder, der sympathische Gitarrist der Band, ist nicht auf der Bühne. Aus der Originalbesetzung sind somit nur mehr der muskulöse Bassist, Evil Jared DJ, Q-Ball und Frontmann Jimmy Pop dabei. Dieser Umstand tut der Euphorie des Publikums jedoch keinen Abbruch und so wird die Bloodhound Gang freudig begrüßt. Diese bedankt sich mit einem ihrer großen Hits „ Uhn Tiss Uhn Tiss“ und Jimmy Pop zeigt durch das Tragen eines Österreich-Trikots seine Zuneigung zu unserem Land. Das macht sympathisch.
So let’s do it like they do on the Discovery Channel
Jeder der Hits wie „Along comes mary“, „Bad Touch“ oder „F.U.C.K“ wird vom Publikum gefeiert und es macht sich eine freudig-betrunkene Stimmung breit. Diese hält jedoch nicht lange an. Nur mehr der harte Kern zuckt vor der Bühne bei jedem Lied aus. Dieser Umstand fällt auch der Frontsau Jimmy Pop auf und veranlasst ihn sogar dazu ein Lied ganz abzubrechen, um danach dem Publikum mit einem der ganz alten Hits von ihrem zweiten Album, nämlich „Lift your head up high“ einzuheizen.
Foxtrot Uniform Charlie Kilo
Doch es wäre kein Konzert der Bloodhound Gang wenn es nicht auch etwas fürs Auge gäbe. Auf allen Leinwänden der Gasometer-Hallen werden teilweise lustige Videos gezeigt. Bilder von dicken, nackten Menschen wechseln sich mit jenen von Tieren ab, die sich gerade fortpflanzen. Der typische Bloodhound Gang Humor, der so manch einem ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Um zu zeigen, dass sie Wien mögen, wird die Stadt thematisch in die Bilder-Galerie einbezogen. So auch mit einem Bild des Baumeister Lugner.
Cause You’re Pretty When I’m Drunk
Bei jedem Bloodhound Gang Konzert gibt es Fixpunkte. Jägermeister zum Beispiel. Bassist Evil Jared zieht an seinem Geschlecht eine Kiste auf die Bühne aus der eine Jägermeister-Dame steigt, um ihn anschließend dabei zu unterstützen eine ganze Flasche Jägermeister zu trinken. Routine ist auch der Publikums-Chor über Jimmy Pop, der gerne betont, wie dumm er ist. Aus voller Kehle gröllt das Publikum „Jimmy Pop ist homosexuell“. Die Musiker der Bloodhound Gang sind für ihren derben Humor bekannt, doch Witzen wie „ Our level of education is as high as the one of the kids from Josef’s Fritzl basement“ gehen eindeutig unter die Gürtellinie und sorgen nur begrenzt für Lacher.
Nach eineinhalb Stunden ist das Konzert vorbei. Ein typischer Bloodhound Gang Abend nimmt sein Ende. Lustig wie immer, doch leider nichts Neues, da die Show haargenau dieselbe ist wie die Jahre davor.
- Gesehen von Fabian Poppenwimmer in Zusammenarbeit mit Hannah Poppenwimmer

