Portrait: Angela Dorrer – Handscapes

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Landschaften auf Leinwänden sind schön. Schöner und auch viel interessanter ist es, wenn die Leinwand eine Hand ist. Geht nicht? Geht doch. Angela Dorrer beweist es und so werden fleißig Hände bemalt. So auch die von VIENNARAMA Redakteurin Hannah Poppenwimmer.

 

 

Man muss eingestehen, ein wenig Aufregung ist dabei, wenn man sich mit Angela Dorrer trifft. Welche Farben wird sie verwenden? Wie wird das Bild aussehen? Und muss man es wirklich danach abwaschen? Fragen über Fragen und nur eine Frau kann uns die Antwort geben. Angela Dorrer. Seit einigen Jahren bemalt sie Hände. Von Kindern. Jugendlichen. Senioren. Da wird kein Unterschied gemacht. Ingesamt waren es bis jetzt circa 80 verschiedene Hände. Ihre Kunst stößt auf Begeisterung. War man schon einmal auf einer Vernissage der Künstlerin, bemerkt man, wie groß das Interesse an ihrem Schaffen ist. Vor Fragen kann sie sich dann meist nicht mehr retten.

 

In jeder Hand finden sich Berge, Täler, Pfade, Abzweigungen und Muster – Topografien, die sich zu Landschaften und den Spuren der Persönlichkeit verdichten.“

Begonnen hat sie jedoch mit ihrer eigenen Hand.  Doch wie kommt man auf die Idee Landschaften in Hände zuhauptbild zeichnen? „Für mich waren das immer schon Karten. Schon immer habe ich unterschiedliches Relief, Berge, Hügel, Täler gesehen. In der Hand trägst du ja dein Leben rum und das hat mich immer schon interessiert. Jeder trägt die Karte seiner Selbst mit sich herum“. Und genau das macht nervös. Denn so lustig es im ersten Moment klingt, so intim ist der Prozess. Im Handlesen ist sie kein Profi, trotzdem erkennt sie wesentliche Aspekte einer Persönlichkeit in der Hand. Das macht stutzig.

 

Ich habe Sehnsucht nach schönen Bildern

 

Gemalt wird, wo es Spaß macht. Im Fall von VIENNARAMA wird es das Cafe des Vindobona. „Mir kommt es entgegen nicht im stillen Kämmerlein zu arbeiten, in der Kommunikation, da passiert so viel, da ist so viel im Moment, das taugt mir einfach“, lässt uns die Künstlerin mit einem Grinsen im Gesicht wissen. Da wird schnell ein breites Tischtuch aufgebreitet und bevor das Malen beginnen kann, wird der Vergrößerungsspiegel, eine Eigenproduktion, aufgebaut. Durch den sieht Angela Dorrer alles größer und erklärt: „Ich liebe die Miniaturmalerei und mit den Relationen zu spielen. Im Detail das Große zu sehen und im Großen das Detail.“ Wenn man die Künstlerin beobachtet, merkt man, sie ist in ihrem Element. Konzentriert werden die Farben gemischt, bis man schlussendlich nach einer halben Stunde ein zufriedenes „Das hat gefehlt, jetzt bin ich zufrieden, das ist es!“, hört.

 

 

Heute schon gehandscapt?

 

dailyDa mischen sich auf der eigenen Hand viele Blau- und Grüntöne, aber auch ein wenig Weiß. Wie eine Satellitenaufnahme sieht es aus. Schön. Doch jetzt alles wieder abwaschen? Nein, davor wird es noch fotografisch festgehalten. Der Prozess des Bemalens, des Fotografierens und der anschließenden Ausarbeitung des Bildes kostet die Künstlerin insgesamt drei Stunden. Diese Bilder kann man dann kaufen. Will man das Bild auf einer Leinwand haben, dann verfasst Angela Dorrer dazu auch noch einen Reisebericht. Angela Dorrer „reist“ in die Hand ihres Gegenübers und lässt uns daran teilhaben, was sie auf diesen Reisen erlebt.

 

Your hand is my canvas!

 

Wer auch seine Hand zu Verfügung stellen will, muss sich einfach nur mit der Künstlerin einen Termin ausmachen und dann kann gehandscapt werden. Bis Anfang Juli ist dies noch möglich und dann wieder ab Herbst.

 

VIENNARAMA rät allen, sich handscapen zu lassen, denn nicht nur, dass man seine Hand ganz neu wahrnimmt, mit der Künstlerin Angela Dorrer entstehen in dieser kurzen Zeit überraschend intime Gespräche. Deswegen. Eins, zwei, handscape.

 

Mehr Infos auf: http://www.andorrer.de/

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