VIENNARAMA Portrait: Walking Desaster

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DaWanda steht für liebevolle Kleinkunst. Wer die Seite einmal besucht hat, kommt nie wieder los. Für VIENNARAMA Grund genug eine der Verkäuferinnen zu treffen. Walking Desaster, eine der wenigen österreichischen Verkäuferinnen, hat uns bei sich zuhause empfangen.

Es riecht lecker nach Muffins, als wir die Wohnung betreten. Hier ist also “where the magic happens“. Betrachtet man ihren Online-Shop kommt man aus dem “Oohh”- und “Aaah”-Sagen nicht mehr raus. Broschen. Frühstücksbretter und alles mit dem gewissen Extra. Und auch beim ersten Blick auf die Wohnung erkennt man, hier wohnt ein kreativer Mensch. Lauter verspielte Details und viel Dekoration schmücken die Wohnung, die sich Walking Desaster mit ihrem Bartmann, wie sie ihn nennt, und zwei Katzen teilt.

Aber sie hat nicht immer in Wien gewohnt. Geborene Steirerin ist sie, mit 23 Jahren nach Berlin gezogen, um zuersttaschenspiegek nach Wien zu kommen und dann nach Hamburg zu ziehen. Mittlerweile hat es sie wieder nach Wien verschlagen. Wie lange das halten wird, man weiß es nicht.

Auf DaWanda gekommen ist sie vor Jahren. Das Angebot ist groß. Zahlreiche private Hersteller bieten hier Schmuck, Gewand, Broschen und viele andere Kleinigkeiten an. So auch Walking Desaster. Der Name macht stutzig. Wie kommt man auf die Idee sich Desaster zu nennen? „Ich wollte unbedingt etwas, was sich auf die Band Radiohead bezieht, aber auch was, das das Österreichische unterstreicht. Es gibt eine Textzeile, wo „disaster“ vorkommt, und da hab ich mir gedacht, das bin ich, auf Deutsch. Deswegen schreibe ich es mit e“. Klingt sympathisch ehrlich.

Als ich noch jünger war und Flausen im Kopf hatte, wollte ich immer Merchandise-Artikel machen

Doch wie kommt man dazu Kleinkunst zuhause herzustellen? Während einer Zeit, als sie krankheitsbedingt lange zuhause blieb, hat Walking Desaster eine Alltagsbeschäftigung gebraucht. Zu diesem Zeitpunkt hat sie begonnen Schmuck und andere individuelle Dinge anzufertigen und auf DaWanda zu verkaufen. Entworfen werden die Kostbarkeiten alle zuhause. Teilweise werden sie dort angefertigt und teilweise in Deutschland produziert. Das Prinzip ist ganz leicht. Anmelden. Seinen Shop eröffnen. Sachen anfertigen. Fotos machen und reinstellen. Als Verkäufer muss man dann eine Provision zahlen. Doch es rentiert sich.

Österreich ist ein total schwieriger Markt

Doch so rosig das alles klingt, ist es in der Realität nicht. „Besonders ältere Menschen trauen sich nichts bestellen und DaWanda ist so riesig, da ist es schwer, gezielt österreichische Shops zu finden“, klärt uns Walking Desaster auf. Doch sie  hat ihre Stammkunden und nach kleinen Verkaufsmärkten in Wien steigen die Bestellungen an.

FotoLeider gibt ein weitaus größeres Problem. Die Tarifumstellung der österreichischen Post. Die macht den Kleinverkäufern sehr zu schaffen und einen Versand teilweise schwierig. Die Miene der bis jetzt fröhlichen jungen Frau verfinstert sich. Man merkt ihr den Frust an. Verständlich.

Doch dadurch lässt sie sich den Spaß an der Sache nicht verderben. Hat sie eine Idee – und solche hat sie, wie ihre Seite beweist, viele – wird ein Prototyp angefertigt und dann entschieden, ob er in größeren Mengen hergestellt werden soll. „Teilweise verkaufe ich die Sachen ungern, weil ich sie alle so gerne habe und ich mich damit identifiziere“, sagt sie uns lachend.

In der Zwischenzeit haben wir von VIENNARAMA den Muffinvorrat ein wenig geschrumpft. Zu gut der Duft und die leckeren Heidelbeeren. Wir merken unserem Gegenüber, das sich gemütlich in einen Sessel gesetzt hat, an, dass sie das, was sie macht, aus Begeisterung tut. Und das muss sie auch. Walking Desaster steckt die ganze Freizeit in ihr Projekt.

„Ich hab meinem Freund schon gesagt, von jetzt bis Jänner wirst du mich wahrscheinlich nicht sehen“. Denn dannschirm stehen wieder Märkte auf dem Programm, die vorbereitet werden wollen. Und auch das Marketing wie Facebook oder ihr Blog nehmen viel Zeit in Anspruch.

Was steht in der Zukunft noch an? Ein eigenes kleines Geschäft wäre natürlich ein Traum, verrät sie uns, doch es ist schwer einen passenden Laden zu finden. Wir hoffen, es gelingt ihr, und wünschen ihr viel Glück dabei. Und bedanken uns noch einmal für die leckeren Muffins.

Wer mehr von Walking Desaster sehen will der kann einfach hier vorbeischauen:

http://de.dawanda.com/shop/walkingdesaster

http://walkingdesastershome.blogspot.com/

http://web.stagram.com/n/walkingdesaster/

Wer aber nicht warten kann der sollte morgen beim SiloFASAN Markt vorbeischauen, denn dort hat Walking Desaster einen Stand. Es lohnt sich also vorbeizuschauen.

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