Portrait: Mary lost her Pathos
Mary lost her Pathos. Vielleicht nicht der kürzeste Bandname, der jemals gefunden wurde. Was es mit diesem auf sich hat und warum Sängerin Meli manchmal nicht ganz glücklich mit dem Namen ist, haben uns MLHP bei einem sonnigen Frühstück erklärt.
Eines vorweg. Nein, Sängerin Meli heißt nicht Mary. Wenn man sie also beim nächsten Konzert sieht, bitte auch nicht als solche ansprechen. „Der Name war einfach ein Provisorium, auf dem wir hängen geblieben sind und auf dem wir eine Fanbase aufgebaut haben. Wir hatten davor einen anderen und das ist das Beste, was dabei herausgekommen ist. Ist ja wurscht im Endeffekt, wie man heißt. Besser als gar nichts“ erklärt die Sängerin lachend.
Ein Bier und einen Milchkaffee bitte!
Lachen. Betrachtet man die Band, merkt man gleich, lachen scheint ihnen allen wichtig zu sein.
Der Schmäh rennt und als sich nach und nach alle Bandmitglieder um den Tisch im Deli am Naschmarkt versammelt haben, merkt man: hier sitzen einem echte Freunde gegenüber. „Wir haben zum ersten Mal in einem Keller etwas gemeinsam angestimmt und das hat dann ganz gut funktioniert. Es macht jeder nebenbei auch etwas anderes, aber der Hauptfokus liegt natürlich auf der Band. Wir haben uns schon etwas aufgebaut, was auch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.“ Die fünf Musiker managen sich nämlich hauptsächlich selbst. Doch einen Zwischenerfolg können sie bereits feiern: seit März sind sie bei Sugarbeats, einer Bookingagentur.
Indie Rock Pop Synth Shit
Doch was für Musik machen die Bandmitglieder denn überhaupt? Schwer zu sagen. Vergleichen kann man die Musik jedenfalls nicht. „Wir sind an uns gewachsen. Da hat man auch einen höheren Anspruch an die Lieder und gibt sich nicht mehr mit einfachen Dingen zufrieden und arbeitet intensiver daran. Das Interesse und der Sound verändern sich halt“ weiß Gitarrist Christian. Die Lieder entstehen meist im Kollektiv, klärt uns Jeff auf: „Wir klimpern gemeinsam irgendetwas und haben eine gewisse Vorstellung. Wir versuchen es durchzuspielen und dann kommt das Finetuning. Es kommt relativ von alleine und ist eigentlich relativ einfach für uns. “
Es gibt kein ruhiges Bein und niemanden, der nur mit dem Kopf wippt
Doch eines kann keiner leugnen. Hört man sich die Lieder von MHLP an, hat man sofort eine Assoziation: Tanzen auf einem Live-Konzert. Das weiß auch die Band selbst: „Bei uns ist der Anspruch, dass es tanzbar ist, es ist Live-Musik – das ist auch was rauskommt. Ein Album kann man schnell kaufen und ein Konzert ist immer wieder etwas anderes, niemand weiß, was passiert und vielleicht passiert es nur einmal und deswegen sollte man auch hingehen.“ Klingt einleuchtend. Dass sie es live auch wirklich draufhaben, beweist eine ihrer Lieblingserinnerungen an ein Konzert am Hoffest, wo sie vor 400 Leuten rockten und ihre Fans sogar Kultband Alkbottle von der Bühne gebuht haben, bis MLHP wieder auf selbiger zurück waren.
Deutsch? Englisch!
Die Texte, die allesamt aus Melis Feder stammen, sind stets auf Englisch. Doch wieso das? „Weil man mit deutsch weniger internationale Märkte ansprechen kann. Wenn du nicht grad ein Falco bist, der es auch mit deutschen Texten in die Staaten schafft, ist das relativ aussichtslos. Man kann natürlich den deutschen Markt okkupieren aber ich glaube nicht, dass da noch was danach kommt. Englisch hat sich angeboten und wir sind gut damit gefahren, also warum was daran ändern?“ Auch wieder wahr.
Mit Babysteps zum großen Erfolg
Hört man den Musikern zu, bekommt man den Eindruck, dass hier nicht fünf naive Bandmitglieder sitzen, die Luftschlösser bauen, sondern Realisten, die wissen, dass nur Qualität und harte Arbeit sie weiterbringen wird. „ Es ist aus einem Hobby entstanden, aber wir wollen irgendwo hin damit. Wir schauen, was kommt, aber wir wollen nicht schleissig werden, und eine gewisse Disziplin an den Tag legen, damit wir uns doch stetig nach vorne bewegen können. Zwar nur Babysteps, denn schneller geht es in dem Business nicht, und alles verwerten was uns zugeworfen wird.“ Bleibt nur noch zu hoffen, dass MLHP auch fleißig beworfen werden. Wir sind uns sicher, man wird noch von ihnen hören.Klingt nach einer rosigen Zukunft. Es war uns ein Vergnügen und so können wir an dieser Stelle nur noch auf den nächsten Live-Auftritt im Chelsea hinweisen. Denn dort wird nach MLHP-Manier kommenden Donnerstag gerockt. Wir von VIENNARAMA werden da sein.
Für mehr Infos einfach auf der Homepage vorbeischauen.
Photocredits: MLHP, Niko Havranek, Konstantin Reyer


