Kino-Preview: Our idiot brother
Ein Vollidiot, seine Ex, ein Hund, drei exzentrische Schwestern und der Rest der bekloppten Familie: Das ist das Rezept von „Our idiot brother“, einem Film von Regisseur Jesse Peretz und den Produzenten von „Little Miss Sunshine“. Das Resultat ist eine Komödie über Leichtgläubigkeit und die wahre Liebe zwischen Mensch und Hund. VIENNARAMA hat den Film schon vorab für euch begutachtet.
Dumm gelaufen
Hippie Ned (Paul Rudd) ist einfach zu gut für diese Welt. Nachdem er leichtgläubig einem Polizisten Gras verkauft hat, landet er im Knast und verliert dadurch nicht nur seinen Job und seine Freundin, sondern auch noch seinen geliebten Hund Willie Nelson. Als er entlassen wird, zieht er wieder bei seiner alkoholkranken Mutter ein und wird dafür von seinen Schwestern Liz (Emily Mortimer), Miranda (Elisabeth Banks) und Natalie (Zooey Deschanel) verspottet. Der Spaß hat schnell sein Ende, als Ned plötzlich vor Liz Tür steht, wovon ihr Ehemann Dylan (Steve Coogan) gar nicht begeistert ist. Nachdem er seinen Neffen zum Kampfsport anregt und, ohne es zu wissen, eine Ehekrise auslöst, steht er bei Miranda und schließlich auch bei Natalie vor der Tür. Mit seiner leichtgläubigen und liebenswerten Art wird Ned zum Hüter aller Geheimnisse. Doch so selbstlos wie er ist, kann er keine Geheimnisse für sich behalten und
hinterlässt das Leben seiner Schwestern in Scherbenhaufen. Diese müssen nicht weit nach einem Schuldigen für ihr chaotisches Leben suchen und wenden sich von Ned ab. Als Ned seinem Bewährungshelfer offen seine Straftaten berichtet und prompt wieder verhaftet wird, sehen seine Schwestern ihre Fehler ein und bezahlen seine Kaution. Doch Ned sitzt lieber in einer Zelle. Das einzige, was er noch will, ist sein geliebter Willie Nelson.
Selig sind die geistig Armen
„Our idiot brother“ ist ein süßer Film über einen Menschen, der sich entschieden hat, an das Gute im Menschen zu glauben. Seine Naivität und Ehrlichkeit sorgen aber in der heutigen Welt des Lug und Trugs für viele Probleme. Ned gräbt sich in ein immer tieferes Loch und seine Schwestern können mit all den versteckten Wahrheiten in ihrem Leben nicht umgehen. Letztendlich müssen sie aber erkennen, dass keiner so bedingungslos liebt wie Ned und Ehrlichkeit eine Tugend und kein Laster ist. Der Film zeigt, dass Leichtgläubigkeit kein Zeichen von Dummheit ist und es uns in der heutigen Zeit vielleicht gut tun würde, mal vom Guten im Menschen auszugehen. Ned, der im ganzen Film selbstlos agiert und selten dafür Gutes erntet, wünscht sich stets nicht anderes als seinen Hund. Erst als sie wiedervereint sind, traut sich Ned an seine eigene Zukunft zu denken und erhält nach all den Problemen ein Happy End.
Nicht, was man erwartet
Hört man den Titel „Our idiot brother“ denkt man wohl eher an Komödien wie „American Pie“, die die Dummheit der Menschen in den Mittelpunkt stellen und sich darüber lustig machen. Doch Jesse Peretz Film ist nicht so. Ganz ohne Klamauk und erstaunlich ruhig wird hier die Geschichte von Ned erzählt, dessen Naivität zwar lustig, aber doch meist positiv dargestellt wird und die ihn liebenswürdig macht. Die Situationen sind realistisch und nicht überspitzt und der ganze Film konzentriert sich auf die Beziehungen der Geschwister untereinander. „Our idiot brother“ punktet mit einer sehr guten Besetzung, die die Charaktere überzeugend zum Leben erweckt. Letztendlich erkennt man entweder sich selbst oder jemanden, den man kennt, in allen Figuren.
VIENNARAMA-Fazit: „Our idiot brother“ ist ein süßer Film über Ehrlichkeit, Selbstlosigkeit, Tollpatschigkeit und Neds herzzerreißender Liebe zu Willie Nelson. Wer einen Film mit viel Action und kommerziellen Humor erwartet, wird sich hier wohl langweilen. Wer einen ruhigen, realistischen Film mit subtilem Humor sucht, der sich auf Charaktere und zwischenmenschliche Beziehungen konzentriert, sollte sich „Our idiot brother“ für einen netten Kinoabend aussuchen.
Foto-Copyright: Senator Film
„Our idiot brother“ – ab 17. Mai im Kino!

