Heft-Review: Bus & Bim & Radieschen

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„Slammen bis der Bus kommt!“ ist das programmatische Motto des Wiener Slam-Poetry-Festivals BusBimSlam. Die Literaturzeitschrift & Radieschen präsentiert dazu noch vor ihrer Sommerpause eine Spezialausgabe – VIENNARAMA war bei der Release Party im Café Anno mit dabei und hat sich das Heft für euch genau angesehen.

 

Slammen im Takt der Öffis

Schon seit mehr als fünf Jahren bietet die Zeitschrift & Radieschen jungen und noch weniger bekannten AutorInnen die Möglichkeit, ihre Texte einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Die aktuelle Ausgabe Bus & Bim & Radieschen widmet sich nun vor allem den WetttexterInnen der Wiener Poetry-Slam-Serie BusBimSlam, die im Juni zum ersten Mal stattfand und am letzten Wochenende in die Abschlussrunde ging.

Dreiundzwanzig Bezirke in dreiundzwanzig Tagen. In ganz Wien wurde um die Gunst des Publikums geslammt – literarische Wettkämpfe mitten im öffentlichen Raum der Stadt, direkt vor Bus- oder Bimhaltestellen. Das Besondere daran: Die Intervalle der ständig an- und abfahrenden Öffis gaben den einzelnen AutorInnen ihre Zeitlimits und damit auch den Takt des Slams vor – slammen bis der Bus kommt!

 

Experimentelle Vielfalt

Bus & Bim & Radieschen hat die Veranstaltungen begleitet und versammelt nun Beiträgevon zwanzig SlammerInnen: Aufschlussreiche Dialogszenen aus den Tiefen der Wiener U-Bahn-Schächte, kurze Betrachtungen der wahrhaftigen Größe vermeintlich kleiner Probleme oder bissige Lyrik zu den fragwürdigen Englischkenntnissen eines Vorarlberger Ex-Ministers – vielfältiger könnte dieses kleine Themenheft kaum sein.

Ob deutsch oder englisch, in Standardsprache oder Dialekt – die Texte überzeugen stets durch ihren spielerischen Umgang mit sprachlichen Strukturen und manchmal etwas schrägem Wortwitz. Entsprechend heiter bis ausgelassen wirkt auch die Grundstimmung weiter Teile des Hefts, die aber dank mehrerer auch recht ernster und nachdenklicher Texte dennoch nie aus der Balance gerät.

Dabei muss klar sein: Die unmittelbare und spontane Kreativität der Performances auf der Straße kann Bus & Bim & Radieschen selbstverständlich nicht ersetzen. Dennoch bleibt an dieser bunten Mischung literarischer Experimente zum Glück nicht nur die harte Textarbeit der AutorInnen, sondern auch ganz einfach deren Spaß an der Sache selbst ablesbar.

 

VIENNARAMA-Fazit

Bus & Bim & Radieschen erlaubt einen äußerst abwechslungsreichen Einblick in die Wiener Slam-Poetry-Szene und ist für den einen oder anderen bestimmt auch ein willkommener Anlass, bei Gelegenheit mal live bei einem Poetry Slam vorbeizuschauen.

Bus & Bim & Radieschen liegt im Café Anno (Lerchenfelderstr. 132, 1080 Wien) um 3,50€ zum Verkauf bereit.
Fotocopyrights: www.radieschen.at (Cover, oben), Michael Granner

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