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Da ist er ja schon. Der Sommer. Sommer heißt Urlaub. Urlaub heißt Strand. Strand heißt Bikini. Bikini heißt wenig Stoff, viel Körper. Jedes Jahr wieder der Drang die perfekte Bikinifigur zu erreichen. Ist das überhaupt nötig? Über genau das philosophieren Marlene und Hannah in diesem „Wort am Sonntag“. 

Hannah – Pro: Von Traumkörpern und anderen Katastrophen

Sommerbodies werden im Winter gemacht. Ha, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe. Hannah BikiniFinde ich gut. Theoretisch. Jedes Jahr auf’s Neue nehme ich mir vor: Dieses Jahr aber wirklich, dieses Jahr wirst du der Oberburner am Strand. Jedes Jahr scheitere ich auf’s Neue. Hat aber immer fundierte Gründe. Entweder der innere Schweinehund betrügt mich, oder die Gesundheit lässt mich im Stich. Ja, mag nach faulen Ausreden klingen, sind es aber nicht. Wenigstens bin ich ehrlich und stehe zu meinem Scheitern. Aber die Zeit, wo ich mich reinsteigere, meinen Wahnsinnskörper unter der Sonne brutzeln sehe, mir schon Bikinis aussuche und das Fett quasi so verpufft, die ist immer sehr schön. Dieses Jahr habe ich die Hoffnung für den Traumkörper für den Sommer bereits im Oktober aufgegeben. Jaha, trotzdem bin ich das Pro dieser Woche. Denn ich bewundere Menschen, die es wirklich durchziehen. Die es nicht wie ich nach drei Monaten schleifen lassen. Die sich einen gesunden Lebensstil zu Herzen genommen haben und trainieren, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Ich ziehe meinen Hut vor euch. Ihr könnt zu recht voller Stolz am Strand herumstolzieren und eure Prachtkörper zeigen, mich schlecht fühlen lassen und frustriert ein neues Gelato holen. Ihr habt sicher lang genug dafür gearbeitet. Und da ist der springende Punkt. Ich bin komplett pro Menschen, die sich gesund ernähren, sporteln wie die Wilden und sich auch ab und an einmal ein fettes Stück Torte gönnen. Weil es ein Lebensstil ist, der im Kopf beginnen und zu Fleisch und Blut werden muss. (Ich warte immer noch, bis es in meinem Kopf „Klick“ macht.) Ich bin contra, und ja ich greife mich jetzt in der Öffentlichkeit selbst an, plötzlich Panik bekommen, zu glauben eine Zauberdiät macht alles wieder gut und sich selbst stressen. Hab‘ ich oft gemacht, war nie von Erfolg gekrönt. Vielleicht habe ich deswegen im Oktober aufgegeben. Also meine liebe VIENNARAMA-Gemeinde, wie sagt man so schön? Was braucht man für eine Strandkörper. Einen Strand und einen Körper. Vielleicht ist es einfach an der Zeit, sich in seiner Haut wohl zu fühlen. Mist, der Gedanke kommt an dieser Stelle leider zu spät. Das wär’s eigentlich – kommt auf meine „Drüber nachdenken“-Liste. Ich sag’s euch 2015, 2015 wird dann wirklich mein Jahr. 😉

Marlene – Contra: Einmal Glücksdiät bitte!

marlene bikinifigur„Sommer! Warte! Ich bin noch zu fett!“, las ich kürzlich und habe mich hirntechnisch introvertiert lachend beinahe mental übergeben. Aber ehrlich jetzt: Nicht mit mir.
Nicht, dass ich nicht auch lieber dem „Winter-John-Goodman-Körperkostüm“ entspringen würde und als „Ja, ich habe Hüftknochen und muss es nicht dazusagen-Marlene-Sommer“ im Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strandbikini in Erscheinung treten möchte, aber wie die Magnumwerbung schon sagte: „Manchmal muss man eben Prioritäten setzen.“ Und ich, Impersonifikation des Genussmenschen, habe meine Prioritäten schon lange gesetzt: Ich setze nämlich auf Essen und Trinken. Alleine das Wort „Grillsaison“ lässt mein Fettpolsterherz höher schlagen, Ripperl möchte ich am liebsten liebevoll an meinen Ripperl reiben, mir gebratene Zucchinischeiben auf die Augen legen und mir eine permanente Pina Colada-Speiseröhrenintubation legen.
Und trotzdem: Ich ziehe meine gefühlt 1001 Kleider und Röcke mit Liebe über meine Problemzonen, denn ich habe nur ein Problem: Das Problem zu entsagen. Nein, das bin nicht ich. Ich lebe (vielleicht) nur einmal und wie meine Mutter so schön sagte: „Stell‘ dir vor, ich werd‘ morgen von einem Auto überfahren und hätt‘ heut‘ nix g’essen!“ Da würden sich höchstens die Leichenabtransporter freuen. Und das ist dann ehrlich gesagt auch nicht mehr mein Problem.
Ich habe einen Bikini. Und ich habe eine Figur. Sie möge vielleicht mehr Fettbatzendorn im Auge mancher Betrachter sein, aber die Kunst des Wegschauens hat schließlich in Wien Geburt gefeiert (möchte ich glauben, also ist es so). Wer also ein Problem mit meinen bikiniüberquillenden, körpereigen gefinkelten Nahrungsreserven hat, der möge sein Salatblatt zusammenpacken und in die andere Richtung der Kalorienskala blicken. Also versteht mich nicht falsch. Ich feiere den stattlich zur Schau getragenen Bierbauch ebenso wie die Solettibeinchen einer vermeintlich selbstsicher blickenden handtuchdrapierten Sonnenelfe. Einer durchwegs gesunden Lebensweise und Sport bin ich nicht abgeneigt. Bei anderen Menschen. Ich für mich habe beschlossen, die Glücksdiät zu machen. Und die verbietet mir nun mal, mir jegliche Dinge in mein Leben einzuverleiben, die Unzufriedenheit, weil empfundener Mangel oder Frust oder Außenkritik oder „Wos-was-i“, mit sich bringen.

Also solltet ihr irgendwo eine verschmitzte Buddha (pro weibliche Formen; Achtung doppeldeutig!;)) mit Tupperwaresteak und Dosenbier im Bikini (in Speckfalten eingelegt … mmmh Speck!) auf einer Wiese im Freien herumschwabbeln sehen, dann ruft doch mal: „Lass‘ da schmecken, Marlene!“ Oder schaut weg. Weil: Ich bin eh grad beschäftigt. Mit essen. Und trinken. Und freuen.

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