Lischka-und-Weigand-bei-der-Lesung

Klaus Oberrauer hat es wieder getan. Für VIENNARAMA traf er die Wiener Schauspielerin Karin Lischka und hat mir ihr über das Projekt „Talking About Borders“ gesprochen. 

„Ich finde es wunderbar, Autoren und Stücke aus anderen Ländern kennenzulernen.“

Vor zehn Jahren hob sich erstmals der Vorhang für Talking About Borders. Im Juni 2014 machte der internationale Dramenwettbewerb für Osteuropa, initiiert von Christian Papke, einem engagierten Kreativgeist der Theater- und Medienbühne, in Wien Station, um die Siegertexte aus Georgien zu feiern. Szenische Lesungen vermittelten einem interessierten wie neugierigen Publikum im großen Saal der GarageX: Kriegsmutter des Theatermachers und Schauspielers Data Tavadze und Angry Birds des Publizisten Basa Janikashvili. Stücke, die von Krieg, Liebe, Tod, Gott und Heimat, Christentum und Islam handeln. Gemeinsam mit Kollegen vom Staatstheater Nürnberg, das künftig ein wichtiger Partner für das Projekt des Gedankenaustausches, des Dialoges, der Begegnung sein wird, performte Karin Lischka. Die junge Wiener Schauspielerin (u.a. in „Atmen“ von Karl Markovics oder in „Sarajevo“ von Andreas Prochaska) erzählt VIENNARAMA über die Besonderheiten des Events und ihre aktuellen Projekte.

Was ist für Sie das Besondere an „Talking About Borders“?Lischka und Weigand bei der Lesung

Karin Lischka: „Ich kenne Talking about Borders“ erst seit letztem Jahr. Ich habe mich sehr gefreut, bei diesem spannenden Projekt dabei sein zu dürfen. Ich finde es wunderbar, Autoren und Stücke aus anderen Ländern kennenzulernen. Zu sehen, wie Sprache unterschiedlich funktioniert und mit welchen Themen sich das Theater dort aktuell beschäftigt. Talking about Borders bietet den Autoren die Möglichkeit, ihre Stücke im deutschsprachigen Theaterraum vorzustellen. Und, wie in diesem Jahr, kommt es dann bestenfalls zu einer Uraufführung an einem Theater, wie dem Staatstheater Nürnberg.“

Was ist das Herausfordernde an szenischen Lesungen?

Karin Lischka: „Ich denke, die Herausforderung ist es, eine Geschichte zu erzählen, ohne dabei die Möglichkeit des Szenischen Spielens zu haben. Es geht also um die Andeutung einer Situation. Beim Zuschauer soll die Geschichte im Kopf entstehen.“

Wie haben Sie das Event erlebt?

Karin Lischka: „Sehr schön fand ich, diese Lesungen mit Kollegen vom Staatstheater Nürnberg gestalten zu dürfen. Wir waren also ein kunterbunt gemischter Haufen an kreativen Menschen. Sowas finde ich immer wunderbar inspirierend.“

Worin liegt das Bemerkenswerte der beiden vorgetragenen Siegerstücke und ihrer Autoren?

Karin Lischka und Adeline SchebeschKarin Lischka: „Angry Birds (Basa Janikashvili) ist ein sehr klares Stück. Sowohl im Aufbau als auch sprachlich. Das mag ich sehr. Die Szenen geben tolle Spielmöglichkeiten vor. Beim Lesen habe ich sofort unheimlich viele Varianten für mich entdeckt. Ich hatte gleich innere Bilder, wie man die Szenen und die Figuren gestalten könnte. Kriegsmutter (Data Tavadze) beginnt vom Tempo her sehr langsam und gewinnt im Laufe des Stückes immer mehr an Geschwindigkeit und Dynamik. Das finde ich sehr reizvoll. Man kommt dem Sog nicht aus. Die Figuren werden immer brutaler, im Laufe des Stücks entblättert sich das Innere mehr und mehr, wird brutal und hässlich. Das ist als Schauspieler natürlich spannend.“

Warum ist Wien bzw. die GarageX ein guter Boden für Derartiges?

Karin Lischka: „Das Publikum der GarageX ist jung, dynamisch und hat Lust sich auf Neues einzulassen. Die Offenheit gegenüber anderen Kulturen ist da.“

Mit welchen Projekten sind Sie aktuell beschäftigt?

Karin Lischka: „Im Sommer drehe ich einen Film – „Käthe Kruse“ – in Deutschland. Ab Herbst spiele ich Charis in „Amphitryon“ unter der Regie von Michael Sturminger am Stadttheater Klagenfurt.“

Weiterführende Links & Infos: 

http://talkingaboutborders.eu/de/news/ [Homepage des Internationalen Dramenwettbewerbs]

http://www.karinlischka.com [Homepage von Karin Lischka]

http://www.papke.at [Homepage von Christian Papke]

http://www.staatstheater-nuernberg.de/index.php?page=schauspiel,veranstaltung,angry_bird_ua_,91662# [Zum Stück „Angry Birds“ (Basa Janikashvili) UA am Staatstheater Nürnberg, 19.2.2015]

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