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130 Werke von 92 verschiedene Künstlerinnen. Ja genau, Künstlerinnen! Denn sie und vor allem ihre Werke standen im Fokus der RESSLER Kunst Auktion am 23. Januar in der Galerie OSTLICHT. Von Öl auf Leinwänden über Foto-Objekte bis hin zur lebensgroßen Bronzestatue – zu bieten gab es einiges! Das konnte sich VIENNARAMA natürlich nicht entgehen lassen…

Zum Ersten. Zum Zweiten. Zum Dritten. Verkauft!

Die Klingel wird geläutet – Otto-Hans Ressler, Mitgründer des Auktionshauses, begrüßt die Besucher und eröffnet die Auktion. Entgegen unserer Vorstellung (es war der erste Besuch auf einer Auktion) gibt es kein Kämpfen und Buhlen um die einzelnen Werke. Ruhig und gesittet geht es stattdessen in der überschaubaren Runde der Kaufinteressenten zu. Unruhig wird es jedoch dann bei Sybil Andrews. Weltbekannt für Linolschnitte auf Papier, schaffte sie mit „Concert Hall“ ein weiteres gelungenes Werk dieser Art, das nun zur Ersteigerung bereitsteht. Die erste Karte wird gezückt, dann die zweite, ein Telefonangebot erhöht ein weiteres Mal – der Countdown wird gezählt (Spannung!) – noch ein letzter prüfender Blick in die Runde, ehe die Klingel läutet. Verkauft!

Sybil Andrews „Concert Hall“,1929
Sybil Andrews „Concert Hall“,1929

Willst du gelten, mach dich selten!

… oder andersherum? Neben Sybil Andrews werden auch Werke von Valie Export, Xenia Hausner, Karen Kilimnik oder Maria Lassnig angeboten. Sie gehören zu den bereits etablierten Künstlerinnen – ein Werk von ihnen ist wie eine Gucci unter den Handtaschen. Das zeigt sich auch an Maria Lassnig’s „Korkenziehermann (Tod)“. Für ihn wird an diesem Abend am meisten geboten: Ganze 280.000 Euro! Künstlerinnen, die bisher noch nicht so sehr im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, spielen dagegen noch in einer anderen preislichen Liga. Doch um sich überhaupt einen Namen in der Kunstszene verschaffen zu können, mussten auch die großen Künstlerinnen klein anfangen und sich vor allem gegen die dominante männliche Kunstwelt durchsetzen.

Maria Lassnig, „Korkenziehermann (Tod)“, 1986-1987
Maria Lassnig, „Korkenziehermann (Tod)“, 1986-1987

Ist die Malerei noch immer vorwiegend männlich?

Diese Frage war letztlich der Beweggrund, weshalb sich Otto-Hans Ressler entschloss, seine bereits 5. Auktion erstmals künstlerisch „männerfrei“ auszutragen. Tatsächlich wurden Künstlerinnen lange Zeit von jeder akademischen Ausbildung ausgeschlossen. Statt sich malerisch fortzubilden, wie es ihre männlichen Kollegen konnten, blieb ihnen nur das „einfache“ Kunsthandwerk. Bis heute ist diese historisch bedingte Benachteiligung im Kunstgewerbe zu spüren. Das betrifft den Kunstwert einzelner Werke im Speziellen sowie die Anerkennung weiblicher Kunst allgemein. Mit der Auktion wurde ein klares Zeichen für die Gleichberechtigung von Künstlerinnen gesetzt. Denn eines ist klar: Kunst kennt keine Geschlechterunterschiede!

Traudel Pichler „Stillleben“, keine Jahresangabe
Traudel Pichler „Stillleben“, keine Jahresangabe

VIENNARAMA-Fazit: Wir haben eine tolle A(u)ktion im Sinne der Gleichberechtigung der Geschlechter am Kunstmarkt vorgefunden!  Zu sehen gab es eine vielseitige Auswahl an zeitgenössischen Werken und an Künstlerinnen, die man bisher vielleicht noch nicht im Fokus hatte. Daumen hoch!

(Nicht versteigerte Werke sind noch im Nachverkauf erhältlich! Siehe Kontakt.)

 

RESSLER KUNST AUKTIONEN GMBH
Galerie OstLicht (ehemalige Ankerbrotfabrik)
Absberggasse 27 c/o
1100 Wien
Tel. +43 1 6005630
Fax. +43 1 6005630-4

Email: auktion@resslerkunst.com
Web: www.resslerkunst.com

Fotocredits: Resslerkunst

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