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Ist der Mensch sicher vor der eigenen Vergangenheit oder holt sie ihn irgendwann wieder ein? Genau dies thematisiert The Gift auf eine sehr eindringliche Art und lässt die Zuschauer mit blanken Nerven aus dem Kino gehen. Redakteur Ersin tauchte für VIENNARAMA in das dunkle Genre des Kinorepertoires ein und berichtet.

The American Dream

Simon Callen (Jason Bateman) und seine Frau Robyn (Rebecca Hall) ziehen in Simons GordonHeimatstadt Los Angeles, um nach einem Schicksalsschlag neu durchzustarten. Zufällig treffen sie alsbald auf Simons alten Schulfreund Gordon (Joel Edgerton), der durch kleine Willkommensgeschenke und Aufmerksamkeiten die Gunst der Callens sucht. Doch als Gordon, oder besser gesagt Gordo, wie er seit seiner Schulzeit genannt wird, mit der Zeit auf Ablehnung – besonders von Simon – stößt, droht die Situation zu eskalieren: Ein Katz-und-Maus-Spiel entspinnt sich zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Charakteren. Doch was verbirgt sich wirklich hinter Gordos Intentionen? Möchte er wirklich nur eine Bekanntschaft neu aufleben lassen? Oder steckt doch mehr dahinter?

The Gift fängt sehr ruhig an und gibt den Protagonisten lange Zeit sich zu entwickeln. Die Callens leben den amerikanischen Traum und es scheint als wäre es Gordos Ziel, Teil davon zu sein. Er wirkt naiv und sozial inkompetent, sehr zum Leidwesen von Simon, der relativ schnell die Geduld mit ihm verliert. Einzig Robyn bringt dem unbeholfenen Gordo Sympathie entgegen und lässt ihn bei jedem seiner unangekündigten Besuche ins Haus.

GeschenkeWait for it…

„Die Gänsehaut ist die Epidermis unserer Zeit“, brachte es Alfred Hitchcock einst auf den Punkt. Diese Aussage nimmt sich Joel Edgerton zu Herzen und liefert in seinem Regie-Debut eine Hommage an den Großmeister des Suspense. Obwohl der Filmplot relativ langsam erzählt wird, schafft es Joel Edgerton eine sehr dichte Atmosphäre zu erzeugen, die wiederum von einer eher zurückhaltenden Musik begleitet wird. Schnelle Schnitte sind Mangelware, genauso wie Vorhersehbarkeit. Genau damit hebt sich der Film rigoros von Psychothrillern der letzten Zeit ab und lässt die Zuschauer hilflos mitverfolgen, wie vehement Stalking Menschen einschränken und zerbrechen lassen kann. Und am Ende ist doch wieder alles anders.

Schauspielerisch hochkarätig

Jason Bateman, eher bekannt aus KomödienRobyn wie Kill the Boss oder der Kult Comedy
Arrested Development
darf nun einmal in einer ernsten Rolle zeigen, was er kann – und meistert dies bravourös. Rebecca Hall spielt souverän und treibt den Film stellenweise an, während Durchstarter Joel Edgerton seine Rolle authentisch zurückhaltend gibt und ihr auf diese Weise eine beängstigende Realität verleiht. Eben dieses ausbleibende Overacting wie die Tatsache, dass die Rolle des Gordo auch im echten Leben ein Jedermann sein könnte, gibt dem Film Intensität und hinterlässt ein ungutes Gefühl in der Magengegend.

VIENNARAMA-Fazit: Ist der Mensch sicher vor der eigenen Vergangenheit? Wenn man nach The Gift geht, ist die Antwort ein klares Nein. Joel Edgerton schafft es aus einer einfachen Grundstory einen spannenden Thriller mit unvorhersehbaren Wendungen zu schaffen, der uns im Finale nostalgischerweise an Filme wie Memento oder Die üblichen Verdächtigen erinnert. Für alle Freunde des Suspense abseits des Mainstreams, ist The Gift also definitiv ein Geschenk!

THE GIFT – Jetzt in allen Kinos!

Foto-Credits: FILMSTARTS.de

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