Eduard Angeli Leuchtturm, grün

Wir lieben Wien. Und wir lieben Kunst. Das ist soweit kein Geheimnis. Dass wir von Eduard Angeli, einem gebürtigen Wiener Künstler, der anlässlich seines 75. Geburtstags das Untergeschoß der Albertina bebildert, noch nie etwas gehört haben, überrascht uns daher. Doch was ist das Leben ohne Überraschungen? VIENNARAMA war neugierig und berichtet.

Malerische Stille
Mit Eduard Angeli, 1942 in Wien geboren, haben wir es endlich einmal wieder mit einem zeitgenössischen Künstler zu tun, der der Malerei treu geblieben ist, und eher mit unheilvoller Stille aufrüttelt als mit wilden Experimenten. Auch wenn das erste Bild zu unserer Rechten, nachdem uns die Rolltreppe sanft nach unten geleitet hat, etwas anderes vermuten lässt: Das 1965 entstandene Triptychon wird das einzige bleiben, das Züge eines kubistischen Expressionismus in Form von wild tanzenden Paaren darbietet. Doch eins nach dem anderen: Eduard Angeli also. Ein Wiener Künstler, der seit dem Jahr 2000 in Venedig und Wien lebt und arbeitet.

Bar, 2006
Bar, 2006

Im sicheren Hafen?
Das zweite Bild, das uns beim Eintauchen in eine seltsam stille, wie von Schnee bedeckte Ausstellungsatmosphäre begrüßt, gibt schon eher den Grundton vor. Die Farben verschwinden, Ruhe breitet sich aus – schwarze Kohle auf Jute, ein Hafen im Dunkeln. Die Sonne stirbt hinter einem Haus. Einschüchternd ragt ein pechschwarzer Schiffskiel in unser Blickfeld. Ein einziger, stechender Lampenspot im Schwarz der Nacht trägt noch zur bedrohlich lautlosen Aura der Szene bei. Ein Gemälde von 2011 – der Künstler dürfte voll und ganz bei seinem Stil angekommen sein. Von einem sicheren Hafen kann jedoch nicht die Rede sein.

Das Feuer, 1977
Das Feuer, 1977

Es werde Licht!
Nachdem wir Anfangs- und Endpunkt des Malerwerks kennengelernt haben, können wir uns den verschiedenen Stationen seines kreativen Schaffens widmen. Ein Thema, das immer wieder in den Mittelpunkt drängt: Licht. Und demgegenüber: Schatten. Ob ein pastellig-trockenes, verdorrtes Wüstenlicht, das auf Soldaten und ihren Doppeldecker brennt (Zwischenlandung, 1973), oder ein erfrischend-kühles, klares Aufbruchslicht, das über Bergen und Seen funkelt, und in starkem Kontrast zu schattenhaften Personen in einem Boot steht (Neues Land, 1974).

Das Haus mit dem Lautsprecher, 2011
Das Haus mit dem Lautsprecher, 2011

„Wenn alles still ist, geschieht am meisten.“ – Søren Kierkegaard
Dies gilt für Angelis Bilder auf jeden Fall. Egal, ob wandeinnehmend groß wie „Der Morgen“, „Der Mittag“ und „Der Abend“ (1976), oder kleinformatig und mit Kohle auf Papier gezeichnet, wie „Das Haus mit dem Lautsprecher“ (2012) – der Künstler schafft es immer, mehr einzufangen als das, was man sieht. Es ist die laute Stille vor und nach dem Sturm, oder die Melancholie eines zeitlosen Moments, die den Besucher vor den Bildern verweilen lässt. Dann wieder eine ungewöhnliche Perspektive, Tiefe und Linien, die Angelis Pinsel beschäftigen, und in weiterer Folge auch uns. Küchentisch, Swimmingpool, Bäume oder venezianische Architektur – Unspektakuläres wird interessant und regt an.

Nebel, 2008
Nebel, 2008

VIENNARAMA-Fazit: Wer Eduard Angeli nicht kennt, der sollte die Chance nützen und ihn kennenlernen. Was es auch ist – die Bilder lassen einen nicht unberührt. Und wenn Kunst ein Ziel hat, dann war es stets dieses. Eduard Angeli schafft es. Unser Herz hat er erobert.

Eduard Angeli – zu sehen noch bis 25.06. in der Albertina!

Albertinaplatz 1
1010 Wien
Täglich 10:00-18:00
Mittwoch: 10:00-21:00

Weitere Informationen

Fotocredits: Eduard Angeli, Albertina, Wien

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